Kellertheater Hamburg
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Josef Hader hätte…ja, was hätte er denn? Bewegende Dernière von „Indien“ im Kellertheater

Am 3. Dezember 2010 fand im so gut wie ausverkauften Hamburger Kellertheater die Dernière der von Monika Dose inszenierten Tragikomödie „Indien“ statt. Am Ende blieben stürmische Ovationen, emotional sichtlich aufgewühlte Darsteller und ein sehr positiv überraschter Österreicher...
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online erschienen im Blog 431verstaerker e-magazine am 06.12.2010


„Einesteils und andererseits und außerdem“ wird es auch in Hamburg sehr überzeugend inszeniert, das Stück mit eben diesem Titel

Im Hamburger Kellertheater gibt es eine gelungene Umsetzung von Harvey Fiersteins Tragikomödie „Torch Song Trilogy“ zu sehen. Neben den sehr gut in dieser von über vier auf knapp zwei Stunden verkürzten Inszenierung beleuchteten Kernaussagen überzeugt vor allem auch das intensive und authentische Spiel der Hauptdarsteller...
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online erschienen im Blog 431verstaerker e-magazine am 30.08.2010


Kultur-Highlights: Die Top-Events im November

Einerseits und andrerseits und außerdem - Mopo Plud, Kulturhighlights - 29.10.2009
Hauptdarsteller Arnold (Steffen Lorenz) begeistert im Kellertheater.
Einerseits und andrerseits und außerdem: Das Kellertheater Hamburg zeigt in drei Akten das schrille Leben des Arnold Beckoff. Arnold ist schwul und verdient sein Geld als Travestiekünstler. Im Alltag muss er immer wieder sich und sein Leben rechtfertigen. Die Inszenierung von Katrin Kuhn ist meisterhaft gelungen und unterstreicht den Wortwitz und die Schlagfertigkeit der Dialoge und macht deutlich, wie schwierig heute noch gleichgeschlechtliches Leben ist. Der Autor Harvey Fierstein schrieb unter anderem Das Buch zum Musical "Ein Käfig voller Narren". Das Theaterstück ist in der Verfilmung als "Das Kuckucksei" bekannt.
13.11. im Kellertheater, Johannes-Brahms-Platz 1, Karten 14 Euro, Tel. (040) 84 56 52

erschienen in der Hamburger Morgenpost vom 29.10.2009


Kleine Hexe erlebt großes Abenteuer

Dunkel war es und unheimlich. Blitze zuckten und Donner grollte. Zugleich tanzten am Sonntagnachmittag ...
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online erschienen in der Zevener Zeitung am 20.04.2009


Kein Platz für Wunder

Kellertheater Hamburg zeigt in der Korbacher Stadthalle „Agnes - Engel im Feuer“

Von Astrid Rau
KORBACH.
Eine junge Nonne, die bewusstlos in ihrer blutverschmierten Zelle liegt, daneben im Mülleimer ein totes Neugeborenes. Offensichtlich ist die junge Frau seine Mutter, die sich später weder an die Zeugung noch die Geburt des Kindes erinnern kann. Das ist die Ausgangssituation des Bühnenstücks „Agnes - Engel im Feuer“ des US-Dramatikers John Pielmeier, mit dem das Kellertheater Hamburg Montagabend die 59. Theaterwoche Korbach eröffnet hat.
Mit ihrer mitreißenden und eindrücklichen Aufführung am Montag stellte das weitgehend aus älteren Erwachsenen bestehende Kellertheater-Ensemble ein Stück vor, in dem die Kindstötung nur eine Nebenhandlung bestimmte. Zwar ist die äußere Handlung davon bestimmt, dass die Psychiaterin Dr. Livingstone (Elke Böhrensen) zu ergründen sucht, ob die junge Novizin Agnes (Marlen Tonzel) tatsächlich ihr Baby ermordet hat und ob sie in diesem Falle schuldfähig ist. Aber Hauptthemen schienen die Frage nach dem Anspruch von Wahrheit und die persönliche Beziehung der Handelnde zum Spirituellen zu sein.
Spiritualität spielt eine große Rolle für Agnes´ Äbtissin Mutter Miriam (Biggi Riemenschneider). Sie will die naive Agnes, aber auch ihre eigene Welt beschützen, und in der ist die junge Nonne „von Gott berührt“ und die ganze Geschichte mit dem Baby ein Wunder Gottes. Das scheint auch Agnes zu glauben.
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Wie war‘s?
Von Laientheater keine Spur: Durchweg überzeugend und fesselnd
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Die Wissenschaftlerin Livingstone jedoch will die Fakten suchen. Unter Hypnose sagt Agnes, die in ihrer
Agnes, Engel im Feuer - aus der Waldeckischen Allgemeinen - 30.04.2008
Auf der Suche nach der Wahrheit: (von links) Psychiaterin Dr. Livingstone (Elke Böhrensen) und Äbtissin Mutter Miriam (Biggi Riemenschneider) wollen die Unschuld von Novizin Agnes (Marlen Tonzel) am Tod ihres Babys beweisen. Foto: Rau
eigenen religiösen Welt lebt, dass sie als Kind misshandelt und missbraucht wurde. Allerdings auch, dass sie ihr Baby bewusst getötet hat. Zwar ist der Fall nun gelöst ist, aber dafür fast alle andere kaputt: Agnes kommt ins Sanatorium, wo sie dahinwelkt und stirbt. Ihr Gesang hatte der Äbtissen einst ihren Glauben wiedergegeben, der nun wieder zerstört ist: „Da oben ist kein Gott, kein Paradies. Es ist kein Platz mehr für Wunder. Und Livingstone, die ihre Trauer um ihre eigene, im Kloster als Nonne gestorbene Tochter hinter wissenschaftlicher Sachlichkeit verborgen hielt, ist nun dieses Korsetts beraubt. Sie und auch die Äbtissen nur hatten auf jeweils ihre Weise versucht, Agnes Unschuld zu beweisen und die Wahrheit zu finden.
Was im Laufe der Handlung, in den Nebensätzen, deutlich wurde: das sachlich Korrekte ist nicht immer auch wahr und Wahrheit ohnehin Definitionssache. Vor allem aber ist das Faktische nicht immer richtig für die, die, die davon betroffen sind oder damit umgehen müssen: Schiere Wahrheit kann den Menschen töten, innerlich wie äußerlich.

erschienen in der HNA Waldeckischen Allgemeinen vom 30.04.2008


Wilddruden und Raufereien im Saal

Ronja Räubertochter - aus der Zevener Zeitung - 18.04.2007
Eine gefährliche Wilddrude lauerte auf
arglose Opfer.
Ronja Räubertochter - aus der Zevener Zeitung - 18.04.2007
Kleine und große Besucher fieberten im Rathaussaal kräftig mit und sparten
nicht mit Applaus.      Fotos: rsk

Das Kellertheater Hamburg lockt viele Besucher zur Aufführung von "Ronja Räubertochter" von Astrid Lindgren
Zeven (rsk). Zum Donnergrummel, war das ein spannendes Theaterstück! Groß und Klein saß gespannt im Sitz und fieberte mit der Räubertochter Ronja mit. Großer Applaus war der Lohn für die Schauspieler des Kellertheaters, die das Stück von Astrid Lindgren in einer Bearbeitung von Barbara Hass aufführten.

Obwohl draußen herrlicher Sonnenschein war, konnten die Hamburger mit ihrem Stück "Ronja Räubertochter" fast den ganzen Rathaussaal füllen. Ein herrliches Bühnenbild von Holger Lübkert, das die Mattisburg ebenso darstellte wie den dunklen gefährlichen Wald, zog die Besucher von Anfang an hinein in die Welt der Räuber und der Ängste im dunklen Wald.
Unter der Regie von Eveline Bertram lässt der alte Räuber und Erzähler Glatzen-Per Ronja ihre Lebensgeschichte noch einmal erleben, ihre Geburt in einer Gewitternacht, ihre behütete Kindheit auf der Mattisburg.
Die Zeiten sind schwierig, der Landvogt dringt immer weiter in den Mattiswald vor und auf der Flucht vor ihm nistet sich die Sippe des Räuberhauptmannes Borka plötzlich auf der Mattisburg ein. Zum Donnergrummel nochmal! Mattis sagt Borka den Kampf an. Gleichzeitig muss er Ronja behutsam erklären, dass er ein Räuber ist. Und dass die Welt größer ist als die Mattisburg und der Mattiswald. Das alles gefällt Ronja gar nicht. Und als Vater Mattis ihren Freund Birk, den Sohn von Borka, gefangen nimmt, verlässt sie Mattis, befreit sie Birk und lebt fortan mit ihm im Wald. Hier lauern viele Gefahren: die Graugnomen, die mit ihren unheimlichen Gesängen jeden in Angst und Schrecken versetzen, die gefährlichen Wilddruden, die hilflose Menschen im Wald in ihre Gewalt bringen wollen und die lustigen, ständig Apfel essenden Rumpelwichte, die an sich harmlos sind, aber Ronja und Birk die Vorräte weggefressen haben.
Als der Herbst naht, kommt eine schwere Zeit und Ronja hofft, dass ihr Vater Mattis zur Vernunft kommt.
Ronja Räubertochter - aus der Zevener Zeitung - 18.04.2007
Vom Kampf zerzaust kommen die Räuberhauptmänner zurück in den Rathaussaal. Gekämpft haben sie draußen vor der Tür.

Da wollen sich Bork und Mattis zusammentun mit ihren beiden Räuberbanden und kämpfen um den Chefposten. Nur gut, dass sie dazu hinausgehen ins Foyer. Völlig zerzaust kommen sie zurück auf die Bühne: Mattis ist Sieger. Und Borkas Sohn soll Mattis beerben. Das kann doch kein Happy-End sein, dass im Rathaus ein Räuberhauptmann Boss ist. Das gute Ende sieht so aus: Ronja und Birk (Marlen Tonzel und Marc Briede) wollen gar keine Räuber werden! Da hatte sich Mattis (Mathias Golder) zwar vergeblich gerauft, aber als Schauspieler begeisterte er die Kinder durch seine Ausdrucksstärke, ebenso wie sein Gegner Borka und der Erzähler Glatzen-Per (Peter Zschorsch und Michael Bertram). Die Hamburger Schauspieler-Truppe verstand es bestens, die kleinen Zuschauer auf ihren Plätzen zu fesseln und in Spannung zu halten. Man konnte es förmlich knistern hören, als die glitzernde Wilddrude sich an den Zuschauern vorbei auf die Bühne schleichen wollte, um einmal Ronja und ein andermal Birk zu rauben. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz. "Hast du den dicken Hintern gesehen?" flüsterte der junge Zuschauer in der ersten Reihe seinem Nachbarn zu beim Anblick der Rumpelwichte. Ihr Urteil lautete bereits in der Pause: "spannend" und "voll cool".

erschienen in der Zevener Zeitung vom 18.04.2007


Das Universum Frau

Christine Brückners „Ungehaltene Reden“ voller Klugheit und Witz in der Kultur-n-halle

Desdemona - aus der Allgemeinen Zeitung Uelzen - 15.01.2007
Ungehalten: Klytemnestras Appell...
Desdemona - aus der Allgemeinen Zeitung Uelzen - 15.01.2007
...Marias Frage, was sich Gott denn gedacht hat bei allem...
Desdemona - aus der Allgemeinen Zeitung Uelzen - 15.01.2007
...Megaras Warnung an Lysistrate.       Fotos: Mahler
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Von Barbara Kaiser
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Uelzen. Nicht erst seit der Dramatiker Peter Hacks im Jahr 1976 Charlotte von Stein einen Monolog auf den Leib schrieb („Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“), dürfen Frauen, die sonst eher schönes Beiwerk sind, den Mund aufmachen. Sogar diejenigen, die das Wort „Emanzipation" noch gar nicht kannten! Die Autorin Christine Brückner hat sich und ihre Leser vor die Möglichkeit gestellt, was geworden wäre, wenn denn Desdemona geredet hätte. Bevor ihr Othello sie erwürgt. Diese andere Option ist immer interessant, wenn das Kind im Brunnen liegt. Hätte Gretchen gesagt: Nicht ohne Trauschein in mein Bett, der Herr. Was dann? Schillers Luise zumindest brach ihr Schweigen, obwohl ihr das auch nicht mehr zum Vorteil gereichte, die Limonade war getrunken. Das Kellertheater Hamburg hat sich am Samstagabend in einer fast voll besetzten Kultur-n-Halle der Frauen angenommen, die der Welt so einiges zu sagen gehabt hätten. Auch, um
der Frage auf den Grund zu gehen, die schon Sigmund Freud verzweifeln ließ: „Die große Frage, die niemals beantwortet worden ist und die ich trotz dreißig Jahre langer Erforschung der Frauenseele auch nicht beantworten konnte, lautet: Was wünscht sich einen Frau?" Dabei ist das doch ganz einfach: Sie will ernst genommen sein!
So denkt Klytemnestra über den Krieg nach - ach, hätte Gatte Agamemnon auf sie gehört. Fragt Maria, was sich Gott denn gedacht hat bei allem - was für eine einfache, menschliche Logik in ihren sanften Vorwürfen. Säuft Christiane Goethe in Charlotte von Steins Salon eine Karaffe Weins - wie überlegen ist sie doch der Hofdame. Verlangt Katharina Luther Respekt von ihrem Gemahl - Respekt, der jeder Frau zukommt, auch wenn sie keine gelehrten Episteln verfasst. Die Figuren entrinnen dem Netz der Kausalitäten, aus dem es sonst kein Entkommen gäbe. Die kundigen Befunde wurden von den Schauspielerinnen angenommen (durch Kostüm und Requisite treffend unterstrichen), zu ihren eigenen gemacht und so auch in die Gegenwart transponiert. Es war ein Abend über Frauen, die allemal ihren Mann standen. Jetzt wissen wir es endgültig.

erschienen in der Allgemeinen Zeitung Uelzen vom 15.01.2007


Die Welt ist größer als die Mattisburg

HAMBURG - Das Kellertheater Hamburg befindet sich zurzeit im Exil auf unterschiedlichsten Bühnen. Und es besteht ausschließlich aus Laien. Kann es unter solchen Bedingungen einem so vielschichtigen Werk wie "Ronja Räubertochter" gewachsen sein? Es kann: Mit dem vollen Bewusstsein um die Grenzen seiner Möglichkeiten hat das Ensemble des Kellertheaters eine sehr charmante und liebevolle Inszenierung vollbracht. Zwar gibt es durchaus Momente, in denen der Zuschauer sich sehr an Schultheateraufführungen erinnert fühlt - dennoch folgt er der Darstellung über anderthalb Stunden mit viel Freude.
Besonders gelungen inszeniert und gespielt sind die Rumpelwichte (zur Erinnerung: "Wisu denn blus?Wisu tut sie su? Pfui, pfui!"). Die wuseln immer wieder durch die Szene, gucken neugierig den Menschen zu,
mümmeln an ihren Äpfeln - und freuen sich, dass sie in Ruhe gelassen werden.
Wichtige Dinge erfahren Kinder mit der berühmten Räubertochter: dass die Welt größer ist als die Mattisburg zum Beispiel. Auch dass man neugierig sein muss, seine Umgebung entdecken - und dabei achtsam sein. Wie lebenswichtig wahre Freunde sind, dass Toleranz unabdingbar ist. Aber auch Erwachsene können etwas lernen: die Notwendigkeit nämlich, ihre Kinder loszulassen und deren eigenen Kopf zu respektieren. All das schafft auch die Inszenierung des Kellertheaters zu vermitteln. (fil)

 - "Ronja Räubertochter": Kellertheater Hamburg in der Laeiszhalle, 16.12. , 14 und 17 Uhr, 8-12 Euro. Karten unter Telefon: 84 56 52.

erschienen im Hamburger Abendblatt vom 13.12.2006


Rumpelwichte im Rinderstall

HASELDORF: Kellertheater führt "Ronja Räubertochter" auf

Etwa 8o Kinder und Eltern erlebten die gelungene Aufführung der Erzählung von Astrid Lindgren.

Es dauerte einige Zeit, bis alle Kinder einen Sitzplatz gefunden hatten, von dem aus sie die Bühne sehen konnten. Mit zwei Ausnahmen machten die Erwachsenen für die Knirpse Platz. Als sich die Tür öffnete und eine Horde wild aussehender Gestalten nach vorn drängelte, war die erste Begeisterung in den Augen der kleinen Zuschauer zu sehen: Das Theaterstück „Ronja Räubertochter” hatte begonnen.
Etwa 80 Besucher, darunter außer den Kindern auch etliche Eltern, erlebten eine gelungene Aufführung des Kellertheaters Hamburg. Die Vorstellung war die vierte und letzte der Veranstaltungsreihe der Mimen in Haseldorf.
Das mit eines der bekanntesten Werke der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren wurde bereits sehr erfolgreich für das Kino verfilmt und ist der einzige Roman Lindgrens, der vollständig in einer fiktiven Welt spielt. In Szene gesetzt für das Kellertheater hat das Stück Regisseurin Eveline Bertram.
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Glatzen-Per enthüllt Ronjas Vergangenheit
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Ronja (gespielt von Doris Gebert) ist die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis (Mathias Golder) und seiner Frau Lovis (Heidi Zeuner). Sie leben zusammen mit der Räuberbande auf der Mattisburg. Der alte Räuber Glatzen-Per (Michael Bertram) erzählt Ronja ihre eigene Lebensgeschichte, von ihrer Geburt in einer Gewitternacht bis zu diesem Tag, und lässt damit die
Ronja Räubertochter - aus der Segeberger Zeitung - 15.02.06
Räuber können auch feiern: Ausgelassen tanzt Ronja mit Glatzen-Per. Die anderen Räuber klatschen den Takt mit.
Foto: Thomas Krohn

Abenteuer auf der Bühne lebendig werden.
Eines Tages darf Ronja zum ersten Mal hinaus in den Mattiswald. Sie begegnet dort den unheimlichen Graugnomen, den gefährlichen Wilddruden und den schrulligen Rumpelwichten. Am Rande der Höllenschlucht trifft sie auf Birk (Marc Briede), den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmanns Borka (Peter Zschorsch). Sie rettet ihm das Leben - und sie werden Freunde.
Ronja ist entsetzt, als ihr Vater eines Tages Birk gefangen nimmt, um die Borka-Sippe endgültig zu vertreiben. Sie befreit ihren Freund, und beide verstecken sich in einer Höhle im Wald. Mattis' Sehnsucht nach seiner Tochter bewegt ihn schließlich dazu mit Borka in Dialog zu treten, um letztlich den Konflikt zu lösen.
Gebannt verfolgten die kleinen und großen Zuschauer das Geschehen auf der Bühne. Die Schauspieler boten eine glänzende Leistung, die am Ende der Vorstellung mit viel losendem Beifall belohnt wurde. (tk)

erschienen im Wedel-Schulauer Tageblatt vom 15.08.2006


Freche Frauen feiern die Redefreiheit

Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen - aus dem Wedel-Schulauer Tageblatt - 29.08.2006Glänzte als lebenskluge Gattin eines berühmten Mannes: Biggi Riemenschneider in der Rolle der Katharina Luther.
 


„Welche Frau kann von sich sagen, sie habe nie an Mord gedacht?“ An der Bahre von Agamemnon, Sieger von Troja und König des antiken Mykene, rechnet seine verbitterte Gattin Klytemnästra mit ihm ab. In der Rolle der antiken Sagenheldin macht Schauspielerin Heidi Zeuner Bitterkeit, Rachedurst, Eifersucht, Verletzung und Verletzlichkeit der Gattenmörderin Klytemnästra, die Agamemnon nach Art des Herrscherhauses gemeinsam mit ihrem Liebhaber persönlich ins Jenseits befördert hatte, eindrucksvoll spürbar.
Anders als die antike Legende des Atridengeschlechts, von Krieg, Verwandtenmord, Verrat und Rache ist diese Rede nicht überliefert. Sie entstand erst 1983, aus der Feder der Schriftstellerin Christine Brückner. Sie legte echten und fiktiven Frauengestalten aus Geschichte und Weltliteratur Reden in den Mund: „Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ hieß der Untertitel ihres Bestsellers „Wenn du geredet hättest, Desdemona“. Mit diesem viel gespielten modernen Klassiker eröffnete das Hamburger Kellertheater die diesjährigen Haseldorfer Theatertage.
Auf sparsam dekorierter Bühne im ehemaligen Rinderstall des Gutes – mal ein Stuhl, mal ein Fels, mal ein Tisch – kamen die Damen einmal anders zu Wort, durften hinterfragen, kritisieren, ihre Meinung sagen.
In den fünf Monologen musste jede einzelne Darstellerin das Publikum allein durch ihre Bühnenpräsenz fesseln. Diese Herausforderung meisterten alle Schauspielerinnen bravourös. Und jede
auf eine ganz andere Weise: Anrührend in ihrer Verzweiflung und Fassungslosigkeit Mareike Kaltschmidt als junge Shakespeare-Heldin Desdemona. Im Schlafgemach appelliert sie kurz vor ihrer Ermordung durch den grundlos eifersüchtigen Othello an ihre Liebe, ihre Ideale, das Vertrauen in den anderen.
Oder die kokett-freche Rede der griechischen Hetäre Megara (Ingrid Reichling): Sie ermuntert die kriegsmüden Frauen von Athen, ihre Ehemänner nicht etwa durch konsequenten Liebesentzug zum Frieden zu zwingen. Das hatte Gegenspielerin Lysistrata in der gleichnamigen Komödie von Aistophanes gefordert. Die Frauen sollten ihre Gatten im Gegenteil durch Dauerverführung und heimisches Chaos so schlauchen und beschäftigen, dass sie zum Kriegführen gar nicht mehr kommen würden.
Wesentlich leiser als die zornigen, temperamentvollen, aufgewühlten oder einfach genervten Kolleginnen agiert Maria.
Das passt zur Figur: Schrille Töne wären auf Kosten der Glaubwürdigkeit gegangen. Eveline Bertram legt die Maria überzeugend als zurückhaltende, aber kluge und selbstbewusste Frau an: Einmal wenigstens will die chronisch Schweigsame den Mund aufmachen.
Biggi Riemenschneider als deftig-humorvolle, lebenskluge und bissige Reformatorengattin Katharina Luther setzte einen süffisanten Schlusspunkt unter die sehenswerte Inszenierung. Burlesk, fast schon komödiantisch las sie ihrem berühmten Gatten in der heimischen Küche die Leviten – zur Erheiterung des mehrheitlich verheirateten Publikums. Ironisches Fazit ihres Lebens an der Seite eines berühmten Mannes: „Bete für mich – und ich arbeite für dich.“
Das Publikum war begeistert – und den Dauerapplaus hatten Ensemble wie auch das Regieteam sich redlich verdient.

online erschienen im Wedel-Schulauer Tageblatt am 29.08.2006

Tag der Offenen Tür
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'Reif für die Insel...'
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Derniere / Premiere
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